Sa 26.09.
20:30
Regie
Rosa Barba
Italien, Frankreich, Deutschland / 2025
22 Min.
/ Digital file
/ OF
Kino
Arsenal
zu dem KalenderZu Gast: Rosa Barba, Moderation: Marc Siegel
MYTH AND MERCURY wurde an verschiedenen Orten rund um das Mittelmeer gedreht. Er beginnt in der Gramsci-Bibliothek in Palermo, folgt einer Fischerprozession auf dem Meer, taucht hinab zu einem Neutrino-Teleskop auf dem Meeresgrund und erkundet Archive, die den Wandel von Landwirtschaft, Migration und politischer Landschaft im Mittelmeerraum über Jahrhunderte dokumentieren. MYTH AND MERCURY stellt das Mittelmeer sowohl als futuristische Blaupause als auch als eine Idee dar, die sich ständig verändert.
Archive sind im Werk der Künstlerin Rosa Barba eines der zentralen, wiederkehrenden Themen. Dabei geht es nicht nur inhaltlich um Archive und die Praxis des Archivierens: In ihren Arbeiten steht weniger das Nach- als vielmehr das Nebeneinander im Vordergrund, Zeit denkt Rosa Barba nicht linear, sondern archivarisch. Ihre Installationen, ihre Filme, und selbst ihr Atelier werden zu eigenen Archivräumen.
Filme:
MYTH AND MERCURY, Italien, Frankreich, Deutschland 2025, 35 mm, 22 Min., OF
INSIDE THE OUTSET: EVOKING A SPACE OF PASSAGE, Zypern, Deutschland 2021, digital file, 32 Min., OF
DISSEMINATE AND HOLD, Brasilien, Deutschland 2016, digital file, 21 Min., OmeU
SEND ME SKY, HENRIETTA, USA, Deutschland 2018, digital file, 7 Min., stumm
Rosa Barba, in Agrigent in Italien geboren, lebt in Berlin und setzt sich in ihren Filmen, Skulpturen, Installationen, Publikationen und Performances mit den Themen Beständigkeit, Vergänglichkeit, Realität und Fiktion auseinander. In ihren Arbeiten untersucht sie, wie Raum durch zeitliche und sprachliche Konstrukte beeinflusst wird, und hinterfragt dabei traditionelle Erzählweisen und Semiotik. Barba dekonstruiert filmische Elemente und verbindet dabei physische Materialien mit abstrakten Konzepten wie Zeit und Klang. Im Mittelpunkt ihrer Kunst stehen häufig Naturlandschaften und menschliche Eingriffe, wobei sie historische Aufzeichnungen mit persönlichen Erzählungen vermischt. Ihre Arbeiten sind Teil zahlreicher internationaler Sammlungen, und sie hat an renommierten Orten wie dem MoMA, dem MAXXI, dem Centre Pompidou oder der Tate Modern ausgestellt. Barba wurde mit dem Zürich Art Prize (2026), dem Smithsonian Artist Research Fellowship (2025), dem Calder Prize 2020 und dem Fondation Prince Pierre de Monaco's International Prize for Contemporary Art 2015 ausgezeichnet.
Marc Siegel ist Professor für Filmwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sein aktueller Forschungsschwerpunkt konzentriert sich auf anti-palästinensischen Rassismus. Er ist Herausgeber des zweisprachigen Buches What’s Underground About Marshmallows? Texte by and about Jack Smith (Alexander Verlag, 2026) und Mitherausgeber von Serge Daney and Queer Cinephilia (meson press, 2024). Er ist Mitglied des in Berlin ansässigen Künstlerkollektivs CHEAP und des Vereins palästinensischer und jüdischer Akademiker*innen im deutschsprachigen Raum (PJA).
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